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Master als Gehaltsbremse?

06. 12. 2010 von Bernhard Otti, MBA Kommentar verfassen

Wie die Tiroler Tageszeitung meldet, lässt die Umsetzung des dreistufigen Universitätssystems Einstiegsgehälter schmelzen. “Magister” steigen einer neuen Studie des “Forum Personal”  zufolge nämlich deutlich besser aus als die neuen “Masters”.

(c) www.sxc.hu / virsh

Neulinge zahlen drauf

Die Erstgehaltsschere ist der Studie zufolge deutlich aufgegangen: Absolventen des alten Systems (Magister, Doktor) verdienen bis zu 443 Euro mehr als jene, die nach reformierten Studienplänen ausgebildet wurden – ob Bachelor, Master oder PhD.

Quer über alle Fächer

Die Differenz ist bei technischen Studien ebenso eindeutig wie bei wirtschaftlichen Studienrichtungen, bei den Technikern kommt zudem eine Diskrepanz zwischen Fachhochschule und Universität dazu. Die Unterschiede sind auch nach drei bis fünf Jahren im Job noch sehr deutlich. Bei Business-Fachhochschulen und Wirtschaftsuniversitäten zeigt sich diese Symptomatik bei den Einstiegsgehältern nicht.

Nachfrage ungebrochen

Eine gute Nachricht birgt die Studie laut TT jedoch auch: Die Nachfrage nach Absolventen mit HAK oder FH-/Universitätsabschluss im Bereich Wirtschaft und Technik ist weiterhin hoch, speziell Dienstleistungsunternehmen stellen heuer ein, Industrie und Gewerbebetriebe suchen vorwiegend Techniker.

Otti kommentiert:

Die Branche macht den Unterschied

Gehaltsunterschiede sind in erster Linie auch eine Frage der Sparte. Insbesondere in der Chemie- und Pharmabranche sind derzeit Bruttogehälter von über 43.000 Euro pro Jahr möglich. Lieferanten von Öl, Gas, Wasser und Strom zahlen Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss im Schnitt 41.611 Euro jährlich – unabhängig vom Funktionsbereich.

Weitere gut bezahlte Branchen

Nur knapp darunter liegen die Einstiegsgehälter der Branchen Elektro-, Nachrichten- und Feinwerktechnik. Platz drei geht an Berufseinsteiger im Bank- und Finanzwesen sowie Versicherungen und Finanzen. Diese verdienen in den ersten Jahren schon knapp fünf Prozent mehr als der Durchschnitt.

Die Gehalts-Schlusslichter

Das Schlusslicht bilden hingegen die Branchen Medien, Dienstleistungen, der öffentliche Dienst sowie – wenig überraschend – die Zeitarbeitsbranche. In den Medien müssen Absolventen sogar mit bis zu elf Prozent weniger Gehalt rechnen als der Durchschnitt.

Finanz und Vertrieb sind top

Gehaltsunterschiede gibt es allerdings auch bei den jeweiligen Funktionen und Positionen im Unternehmen. So gehören Finanz- und Vertriebsmitarbeiter zu den bestbezahlten Jobeinsteigern, während die Kollegen aus der Fertigung und dem Einkauf teils mit ein paar tausend Euro wenige auskommen müssen.

Bewegung bei neuen Titeln

Lange Jahre galt das Diplom als Garant für ein besonders hohes Einkommen. Nun zeigt sich zum zweiten Mal in Folge, dass die neuen Abschlüsse hinsichtlich des Einkommens aufholen. In Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern verdienen Master-Absolventen mittlerweile bis zu 1000 Euro mehr als Diplomanden. Dennoch stellen derzeit noch 84 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bevorzugt Fachkräfte mit Diplom ein.

Bachelors haben das Nachsehen

Das Nachsehen haben dagegen Absolventen mit einem Bachelor-Titel. Diese sind hinsichtlich der Bezahlung besonders in kleinen Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern schlechter gestellt als Einsteiger mit Diplom oder Master.

Und die gute Nachricht zum Schluss: Unternehmen beabsichtigen wieder vermehrt, Hochschulabsolventen einzustellen – die Nachfrage zeigt nach oben!

Kategorie: Otti bloggt Stichworte: Bachelor, Gehalt, Job, Master

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