Die Chefs der 500 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs blicken erstaunlich optimistisch in die nähere Zukunft und bleiben für 2012 zuversichtlich, was Auftragsstand und Lagerbestände betrifft. Bei der Mitarbeiterentwicklung und den Investitionen sieht die Sache etwas weniger rosig aus.

(c) sxc.hu / svilen001
Seit 1984 gibt es das Jahres-Ranking des Wirtschaftsmagazins “trend”, der nun um einen “Weisenrat ergänzt wird – die Vorstände der umsatzstärksten österreichischen Unternehmen. Überraschend an der heurigen Umfrage sind vor allem die insgesamt gute Entwicklung im Krisenjahr – sowei ein recht positiver Ausblick.
Für knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen ist es laut “trend” 2011 besser gelaufen als im Vorjahr, nur knapp ein Fünftel beklagte schlechtere Geschäfte. 70 Prozent der Unternehmen haben 2011 mehr Gewinn gemacht, 15 Prozent das Vorjahresergebnis zumindest gehalten. Für heuer erwartet immer noch die Hälfte einen Umsatzzuwachs.
Problematisch könnten die gleichbleibend hohen Lagerbestände sein, die bei einem Konjunkturabschwung zur Belastung werden – der Auftragsstand ist jedoch fast gleich hoch wie im letzten Jahr, sollten die Erwartungen erfüllt werden.
Investieren? Vielleicht!
Bei den Ergebnisentwicklungen haben sich die Erwartungen leicht gedämpft, unverändert erwartet jedoch nur ein knappes Drittel schlechtere Zahlen für 2012. Bei Investitionen ist Abwarten und Teetrinken angesagt, speziell bei wachstumsorientierten Projekten ist ein wenig die Luft draußen.
Deutlicher als beim Umsatz sieht man die Schattenseiten der schwierigen ökonomischen Umstände bei den Mitarbeiterplanungen. Wollten vor einem Jahr noch 46 Prozent der Unternehmen neue Mitarbeiter anheuern, sind es 2012 knapp unter 30 Prozent – ein Fünftel muss die Belegschaft sogar reduzieren.
Krise wegen Schulden
Als bedrohlich empfinden die befragten Vorstände und Chefs vor allem die Schuldenkrise, falls die Politik weiterhin nur mit halben Lösungen dagegen ankämpft. Die Situation in Osteuropa und steigende Rohstoffpreise sind ebenfalls eine Sorgenquelle. Inflation bereitet nur wenigen Kopfzerbrechen.
Trübsal blasen ist dennoch nicht angesagt: Chancen bieten weiterhin die Ostländer – auch Russland – und Asien, speziell im boomenden Umwelt- und Energiesektor!

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