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Aktuelle Seite: Startseite / Otti bloggt / AK-Studie: Psychische Krankmacher kommen teuer

AK-Studie: Psychische Krankmacher kommen teuer

22. 05. 2012 von Bernhard Otti, MBA Kommentar verfassen

Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt haben sich auch die krankmachenden Faktoren verändert. Psychische Erkrankungen als Folge beruflicher Belastungen sind auf dem Vormarsch. Um Krankmacher in der Arbeit zu erfassen und deren Kosten für die Gesamtwirtschaft festzumachen, hat die Arbeiterkammer eine Studie in Auftrag gegeben – mit spannenden Ergebnissen!

Für die Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes und der Donauuniversität Krems wurden sowohl nationale wie internationale Datenquellen erhoben und zusammengeführt. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst:

  • Beschäftigte ohne arbeitsbedingte Belastungen weisen nur 0,8 Tage krankheitsbedingter Arbeitsausfälle auf, im Gegensatz zu 3,3 Ausfallstage bei arbeitsbedingten psychischen Belastungen und knapp 6 Ausfallstage beim Zusammentreffen psychischer und physischer Belastungen.
  • Ein Drittel aller Neuzugänge in die Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionen erfolgt aus psychischen Gründen.
  • Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen dauern länger und sind sehr teuer. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf rund 3, 3 Milliarden Euro jährlich.

Druck auf Psyche steigt ständig

Die Psyche der Beschäftigten wird bei weitem stärker und intensiver beansprucht als noch vor einigen Jahrzehnten. Stress, Depressionen oder Angstzustände, aber auch für Herz-/Kreislauferkrankungen, für Kopfschmerzen und Übermüdung, Demenz sowie Infektionskrankheiten werden häufiger. Außerdem führen oft psychische Belastungen auch zu physischen Belastungen und umgekehrt.

Starker Anstieg bei Folgeerkrankungen

Die gesundheitlichen Folgewirkungen zeigt auch der vierte österreichische Fehlzeitenreport von 2011: 32 Prozent aller Neuzugänge bei den krankheitsbedingten Frühpensionierungen erfolgen mittlerweile aus psychischen Gründen. Auch laut Statistik Austria stiegen die Invaliditäts- bzw Erwerbsunfähigkeitspensionen aufgrund diagnostizierter psychiatrischer Krankheiten von 2002 auf 2010 stark an.

Risiko für Zugewanderte und Arbeitslose

Menschen, die nicht in Österreich geboren wurden, haben ein höheres Risiko, gesundheitlich belastet zu sein, als Menschen, die in Österreich geboren wurden. Das schlägt sich in besonders hohem Ausmaß in chronischen Angstzuständen und Depressionen nieder.
Menschen ohne Arbeit weisen ein stark erhöhtes Gesundheitsrisiko auf, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung, materieller Sicherheit und Herkunft.

Hohe gesamtwirtschaftliche Kosten

Berechnungen für Österreich legen nahe, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz mit ähnlich hohen gesamtwirtschaftlichen Kosten verbunden sind wie physische Arbeitsbelastungen, jedoch längere Krankenstände verursachen. In Summe sind daher die gesamtwirtschaftlichen Kosten inklusive betrieblicher Schäden und medizinischer Behandlung mit etwa 1,2 Prozent des BIP oder 3,3 Milliarden Euro anzusetzen – ein bedrohlich hoher Wert!

Kategorie: Otti bloggt Stichworte: Arbeitsbelastung, Arbeitswelt, Krankheit, Studie

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