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Otti empfiehlt: Chance für alle – Anonyme Bewerbung

Im Jahr 2011 initierte die deutsche Antidiskriminierungsstelle (ADS) ein Pilotprojekt, in dem anonymisierte Bewerbungsprozesse getestet wurden. Daran beteiligten sich acht Unternehmen aus Deutschland, darunter Telekom und L’Oréal. Während des Projektes wurden 246 Positionen besetzt, die Bilanz wurde jetzt in Buchform veröffentlicht.

Der Herausgeber des Buches, Rocco Thiede, erklärt die Beweggründe für ein anonymisiertes Verfahren: „In jedem Job sollte nur die Qualifikation zählen.“ Namen, Geschlecht, Behinderungen oder Fotos würden unterbewusst zu Animositäten führen und diskriminieren. Er plädiert für einen Verzicht auf personenbezogene Daten, um die Qualifikation in den Vordergrund zu rücken und  Stereotypen zu eliminieren.

In den USA ist diese Methode schon länger Usus und wird in Europa vor allem von Großbritannien, den skandinavischen Ländern und Belgien vorexerziert. In Österreich startete das Frauenministerium erste Versuche, es liegen hierzu aber noch keine Auswertungen vor.

Im Buch selbst werden verschiedene Personen porträtiert, die konkret von diesem Procedere profitiert haben. Die Reportagen und Interviews lesen sich spannend und zeigen einen interessanten Ausblick in eine mögliche Zukunft der Bewerbungsverfahren.

Es zeigt auch auf, dass personenbezogene Daten unterbewusst immer Stereotypen bilden und dass nicht nur die Bewerber, sondern auch Unternehmen von einer „anonymen Bewerbung“ profitieren können.

Service

131214_OttiEmpfiehlt_ChanceAnonymeBewerbungRocco Thiede (Hg.)
„Chance für alle – Anonyme Bewerbung“
Verlag Herder
ISBN: 978-3451332807
ab EUR 9,99

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